Coaching oder Therapie - kennst du den Unterschied?

Neulich habe ich eine Terminanfrage von einem jungen Mann erhalten, der mit Unsicherheit zu kämpfen hat und sich deshalb für ein Coaching bei mir interessierte. Beim ersten Termin hat sich bald herausgestellt, dass sein Thema komplexer ist, als er gedacht hatte. Um sein Problem zu lösen, ist tieferes Arbeiten erforderlich. Deshalb nimmt er jetzt Gestalttherapie in Anspruch.

Ich biete dir beides an, Coaching oder Gestalttherapie. Klassische Sitzungen in meiner Praxis oder auch mal in der Natur (falls du experimentierfreudig bist).

Wie das heißt, ist eigentlich egal. Denn der Ablauf ist in beiden Fällen ähnlich. Der wesentliche Unterschied ist die emotionale Tiefe der Arbeit. Beim Coaching legen wir ein klares, messbares, realistisches Ziel fest. Das lautet zum Beispiel: "Zum Zeitpunkt X habe ich Y erreicht." Du kannst ja mal gucken, ob du die Variablen X und Y mit deinem Inhalt füllen kannst.

Fürs Coaching brauchst du also ein konkretes Anliegen. Zum Beispiel willst du wissen, für welchen Job du dich entscheiden sollst. Oder du hast einen Vortrag vor dir und bist deshalb richtig gestresst. Oder du willst Ordnung in dein momentan zu chaotisches Leben bringen und brauchst eine Starthilfe dafür. Oder, oder, oder.

Wenn dein Anliegen nicht so konkret und greifbar ist, ist Gestalttherapie das Richtige für dich. Du hast dann eher das diffuse Gefühl, etwas stimmt nicht, läuft nicht rund oder fehlt. Es geht dir einfach nicht gut. Selbst wenn du klar benennen kannst, woran das liegt, spürst du, dass du mehr als ein paar Sitzungen brauchst, um dir auf die Spur und an dein Potenzial zur Lösung zu kommen.

Welches Angebot besser passt, besprechen wir. Aber hier kannst du dir schon mal einen ersten Überblick verschaffen.

Coaching ist die richtige Form für dich, wenn du

  • momentan das Gefühl hast, auf der Stelle zu treten;
  • gerade keinen Zugang zu deinen Ressourcen hast;
  • dein Leben gerade zu voll ist;
  • eine wichtige Entscheidung - beruflich oder privat - treffen musst und dir unsicher bist;
  • ein persönliches Anliegen hast, das überschaubar ist und sich (relativ) klar eingrenzen lässt;
  • Motivation und eine positive Haltung brauchst, z.B. für eine Prüfung, einen Vortrag oder die Partnersuche;
  • das Gefühl hast, dass du bereits in einem oder zwei Terminen deinen Lösung entwickeln kannst.

Therapie ist die richtige Form für dich, wenn du

  • in einer Lebenskrise bist;
  • immer wieder mit ähnlichen Problemen, z.B. im zwischenmenschlichen Bereich, zu tun hast;
  • alte "Baustellen" endlich bearbeiten willst, weil du darunter leidest;
  • schon seit Längerem emotional instabil, deprimiert oder ängstlich bist;
  • trauerst;
  • ein komplexeres und tiefer gehendes Anliegen hast, das emotional deutlich spürbar ist;
  • in deinem Leben Perspektive und Orientierung vermisst;
  • den Wunsch nach Veränderung hast, weil es dir einfach nicht gut geht.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Die Übergänge zwischen Therapie und Coaching sind absolut fließend. Manchmal stelle ich fest, dass die Arbeit mit einem Klienten, die anfänglich klar therapeutisch war, mehr und mehr in Richtung Coaching geht. Oder umgekehrt!