Fünf Denkanstöße, die dein Leben verändern können

Was ist, darf sein. Was sein darf, kann sich verändern.

Klingt das paradox? Ist es auch! Genauer gesagt, ist es das Paradox der Veränderung.

Doch was genau bedeutet es?

Nehmen wir einmal an, ich bin in der Beziehung zu meinem Partner gerade nicht glücklich. Und nehmen wir weiterhin an, dass ich mir dies aus Angst vor dem Schmerz, den diese Erkenntnis auslösen würde, lieber nicht eingestehe. Es darf also nicht sein.

Was passiert dann? Vielleicht kritisiere ich meinen Partner, gebe ihm die Schuld an diesem und jenem, vielleicht flüchte ich mich in Süßigkeiten oder Rotwein oder rede bei anderen schlecht über ihn. Oder ich bemühe mich krampfhaft, den Schein der Harmonie zu wahren. Mit welchem Effekt? Letztlich mit keinem, zumindest was meine Traurigkeit betrifft. Veränderung meiner emotionalen Lage zum Positiven ist jedenfalls nicht zu erwarten, eher Stillstand mit Tendenz nach unten.

Kein guter Weg?! Also zurück auf „Los“!

Nehmen wir noch einmal an, ich bin in der Beziehung zu meinem Partner gerade nicht glücklich.  Und nehmen wir weiterhin an, dass ich meiner Traurigkeit (möglicherweise mit Wut vermischt) ins Auge blicke und mir erlaube zu spüren, was in mir vorgeht. Was ist, darf also sein.

Was passiert dann? Vielleicht frage ich mich, was genau mich wütend oder traurig macht. Vielleicht weine ich erst einmal die Tränen, die ich mir bisher nicht zugestanden habe, und fühle mich danach erleichtert. Vielleicht komme ich mir auf die Spur und mir wird deutlich, was ich brauche oder was mir fehlt. Vielleicht spreche ich dann mit meinem Partner darüber und weihe ihn in meine emotionale Lage ein.

Und erst an diesem Punkt des Akzeptierens wird Veränderung möglich!

Was erlaubst du dir (nicht) zu fühlen? Und was darf sich in deinem Leben verändern?

Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.

Habe ich gerade von Stillstand gesprochen? Im Grunde ist Stillstand eine Illusion, denn die Zeit steht nicht still. Und doch versuchen wir ganz oft, das Schöne, Sichere, Vertraute zu bewahren. Ist doch klar.

Dennoch ist es unmöglich. Weil wir uns verändern. Ich z.B. war vor 20 Jahren ganz anders in meinem Leben unterwegs als heute. Meine Lebensumstände waren andere. Meine Werte waren andere. Mein Freundeskreis war ein anderer. Die Welt war eine andere, hat sich verändert, entwickelt, gewandelt. Und selbst das letzte Jahr war anders als dieses, gestern sicher anders als heute.

Manches hat auch Bestand: meine Liebe zu meinem Mann und unserem Sohn, meine Ehe, meine langjährigen Freundschaften und meine Begeisterung für meinen Beruf und die schwedische Provinz Värmland. Und trotzdem: Auch im vordergründig Unveränderten haben kleine, feine Veränderungen stattgefunden.

Und: Nichts ist sicher. Veränderung ist immer und überall im Gange. Wir können nichts festhalten. Diese Erkenntnis mag manchmal weh tun, gibt unserer Existenz aber Sinn und Antrieb.

Denn stell dir einmal vor, alles bliebe für immer genau so, wie es jetzt ist...

Was bedeutet Veränderung für dich? Gibt es etwas, an dem du festhältst, obwohl es sich verändert?

Willst du Recht haben oder glücklich sein?

Als ich diese Frage zum ersten Mal hörte, gefiel sie mir ganz und gar nicht. Irgendwie fühlte ich mich provoziert, als Arno, einer meiner Ausbilder, sie mir stellte. Im Rückblick erscheint mir „ertappt“ das treffendere Wort zu sein, denn tatsächlich fand ich es schön, Recht zu haben. Es schmeichelte mir und ich fühlte mich größer.

Doch leider geht Recht haben immer auf Kosten eines anderen. Diesen Anspruch über Bord zu werfen ist eine gute Entscheidung, bewahrt sie mich doch vor zweifelhafter Schwerpunktsetzung und vermeidbaren Kämpfen. Denn wenn ich für mich beanspruche, dass ich in einer Sache Recht habe, mache ich damit mein Gegenüber gleichzeitig zum Verlierer und werte ihn oder sie ab. Und weil ich selbst nicht Verlierer sein will, muss ich um mein Recht kämpfen. Das wiederum ist anstrengend und braucht eine Menge Energie.

Seit ich mir erlaube, die Frage nach Recht oder Unrecht nicht mehr grundsätzlich zu stellen, kämpfe ich viel weniger, kann auch um des Glückes willen einlenken, nachgeben oder Fünfe gerade sein lassen. Das hat übrigens nichts mit Selbstverleugnung zu tun, sondern ist eine aktive Entscheidung: Es lohnt sich ganz einfach nicht immer, in den Kampf zu gehen. Oft tut es viel besser, großzügig, offen und wohlmeinend zu sein.

Wann beharrst du auf dein Recht? Was hast du davon? Und was ändert sich in deinem Leben, wenn du dich stattdessen öfter fürs Glücklichsein entscheidest?

Der Vergleich ist das Ende des Glücks!

Sich zu vergleichen, ist einer der größten Glückskiller überhaupt und dennoch weit verbreitet. Erfolg, Geld, Aussehen, Glück, Leistung, materielle Besitztümer: Praktisch alles ist geeignet, verglichen zu werden.

Interessanterweise ist es weitaus beliebter, sich dabei an den eigenen Defiziten zu orientieren und beispielsweise festzustellen, dass der Nachbar ein viel größeres Haus hat oder die Kollegin vom Chef bevorzugt wird.

So ein Vergleich ist schnell angestellt. Und weil es uns dann so herrlich schlecht geht, vergleichen wir immer wieder. Verrückt, oder?!

Es ist im Prinzip ein ähnliches Phänomen wie das Lästern: Wir blicken nicht auf uns - denn dann wären wir ja mit uns konfrontiert -, sondern auf den anderen, kommen zu dem Schluss, dass dieser es besser hat, und schätzen die eigene Lage als misslich bis aussichtslos ein. Eventuell bauen wir nach und nach einen regelrechten Groll auf den Nachbarn oder die Kollegin auf, denn deren Leben ist ja vermeintlich schöner, erfüllter, besser. Wie ungerecht! Folge: Weil es so ungerecht und aussichtslos erscheint, beschließen wir, dass wir nichts daran tun können, und ruhen uns auf der gefühlten Ungerechtigkeit aus.

Gerade deshalb jedoch tut es gut, das Vergleichen zu lassen und stattdessen bei sich selbst zu bleiben. Probiere es doch einfach mal aus.

Achte einmal darauf, mit wem du dich vergleichst, und stelle dir dann die simple Frage: Tut es mir gut?

Du darfst erfolgreich sein!

Was für eine Nachricht?! Mich hat Veit Lindau zum Erfolg inspiriert, der es noch etwas eindringlicher formuliert: „Erfolg ist dein Geburtsrecht.“

Auf den ersten Blick hört sich das möglicherweise etwas pathetisch oder gar größenwahnsinnig an. Aber lies mal weiter!

Was damit nämlich NICHT gemeint ist, ist finanzieller Erfolg, den jemand durch unlautere oder halbherzige Aktivitäten erwirbt. Dadurch etwa, dass er Menschen manipuliert und dazu bringt, etwas zu kaufen, das sie gar nicht brauchen.

Gemeint ist der Erfolg, der sich einstellt, wenn du ganz und gar deinem Herzen folgst und genau das tust, womit du anderen und dir selbst bestmöglich dienst. Dies ist ein Erfolg, der nicht primär finanziellen Profit im Sinn hat, sondern vielmehr auf „Win-Win“ abzielt. Dies geht in der Selbstständigkeit genauso gut wie im Angestelltenverhältnis wie auch im Privaten. Die Basis ist aber immer die gleiche: das, was du wirklich von Herzen willst. Und dabei darfst du auch groß denken!

Bevor ich 2019 die Entscheidung getroffen habe, das System Schule zu verlassen, war ich einige Jahre zweigleisig unterwegs: Ich hatte eine Zwei-Drittel-Stelle als Lehrerin für Englisch und Deutsch und habe „nebenher“ so viel wie möglich mit meinen Klienten gearbeitet. Außerdem habe ich Familie. Wonach hört sich das an? Nach Erfolg? Oder nach Stress? Nach Balance oder nach Zuviel? – Mir jedenfalls war es zu viel und nur teilweise in Übereinstimmung mit mir selbst. Und obwohl ich gut verdiente, fühlte ich mich nicht erfolgreich, sondern gestresst und zerrissen.

Seit ich ausschließlich als Therapeutin und Coach arbeite, erlebe ich Erfolg. Ich habe mich beruflich auf das fokussiert, was mir wirklich wichtig ist. Und stelle fest, wie viele Ideen ich plötzlich mühelos und leicht entwickle. Das fühlt sich toll und richtig an! So als hätte ich ein natürliches Recht darauf (s.o.!)!

Wie ist dein Verhältnis zu Erfolg? Hast du ihn schon in dein Leben gelassen, oder bist du noch auf der Suche? Was ist deine Herzensangelegenheit?