Neulich dachte ich an meine langjährige Freundin Christine. Wir kennen uns seit dem Studium und sind gemeinsam durch tiefe Täler gegangen, haben jede Menge Spaß gehabt und standen uns richtig nah. Best Friends Forever – so fühlte sich das an.

Irgendwann haben wir uns mehr und mehr aus den Augen verloren und uns gegensätzlich entwickelt und orientiert. Manchmal habe ich mich über Christine geärgert und das kundgetan. Allerdings nicht immer an der richtigen Stelle: bei ihr.

Ich schreibe diesen Beitrag also nicht mit ganz weißer Weste. Denn ich habe es schon getan: über Freunde gelästert. Und während ich mir das eingestehe, kommt ein Gefühl von Scham in mir auf. Zum Glück! Meine innere Moral scheint intakt zu sein.

Auch wenn es manchmal so schön einfach ist, sich seinen Ärger von der Seele zu lästern - es gibt eine Alternative. Willst du mehr darüber erfahren?

Lästern ist ein Beziehungsgift. Meist bewirkt es eine schleichende Zersetzung, weil der Betreffende ahnungslos ist. Und es ist extrem verlockend. Hin und wieder überkommt es fast jeden, die Giftspritze in die Hand zu nehmen.

Warum lästern wir?

Hast du dich schon gefragt, WARUM du eigentlich lästerst? Falls nicht, kannst du das ja mal tun. Gründe gibt es nämlich reichlich.

1. Die Wut muss raus! Oder der Ärger, die Enttäuschung, der Neid.

Eins ist klar: Grundsätzlich hast du einen guten Grund dich zu äußern - dein Gefühl. Vielleicht könntest du platzen vor Wut oder Empörung, vielleicht hältst du dieses Gefühl in dir einfach nicht mehr aus. Es muss raus. Dass du es rauslässt, ist also grundsätzlich gut. Du darfst dein Lästern also erst einmal als kreativen Lösungsversuch ansehen, wie du mit Konflikten umgehst.

Wenn du nicht frühzeitig gelernt hast, deine Wut angemessen auszudrücken und einen Konflikt zu wagen, scheint Lästern manchmal der einzige Ausweg. Und ist immer noch besser, als unangenehme Gefühle ständig zu unterdrücken. Das kostet nämlich richtig viel Kraft, so ähnlich, als würdest du einen prallen Luftballon unter Wasser halten müssen. Möglich, aber anstrengend. An anderer Stelle mal richtig abzulästern, schafft dann immerhin kurzfristige Entlastung.

Nur: Der, um den es geht, erfährt nichts davon. Du sendest die Botschaft in die falsche Richtung. Da, wo sie landet, hat sie eigentlich nichts zu suchen. Dort kann sie auch nichts bewirken.

Übrigens: Solltest du „angemessenes Konfliktverhalten“ nicht von deinen Eltern gelernt haben, sei gewiss – du bist nicht allein damit. Mal ehrlich, wer hat das schon? Da haben doch fast alle noch „Luft nach oben“!

2. Du fürchtest die Konfrontation.

Keine Lust auf Konflikte? – Das ist absolut verständlich. Aber natürlich ist die Angst vor der Konfrontation ein schlechter Berater, weil sie die Auseinandersetzung (und damit die Lösung) von vornherein unmöglich macht. Du hast dann nur die Wahl zwischen Verdrängen und Lästern.

Die Angst vor der Auseinandersetzung spielt beim Lästern eine wichtige Rolle. Vielleicht fragst du dich mal, wovor GENAU du Angst hast:

  • vor der Reaktion des anderen?
  • davor, deine Gefühle nicht kontrollieren zu können?
  • vor einer Niederlage?
  • vor möglicher Eskalation?
  • vor Ablehnung?
  • davor, dass der Konflikt nicht lösbar ist?

Diese ganzen möglichen Konsequenzen umgehst du ja (mehr oder weniger) elegant, wenn du den Konflikt auslagerst und nicht austrägst.

Ängste haben die unschöne Angewohnheit, zum treuen Begleiter zu werden. Wenn du immer wieder auf die Läster-Lösung zurückgreifst, bleiben deine Ängste bestehen und werden durch die Vermeidung eher noch stärker. Außerdem ist Angst ein sehr starkes Gefühl und kann den Verstand regelrecht aushebeln. Umso besser, wenn du deine Ängste kennst. Dann kannst du nach und nach etwas daran verändern. Und das geht nur mit Hilfe von Mut (Mut = Angst plus der erste Schritt).

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3. Du suchst Unterstützung.

Wenn eine Beziehung nicht intakt ist, schwächt dich das. Also liegt es nahe, dass du versuchst, die Lücke zu füllen, die durch den Konflikt entstanden ist. Und dazu hast du zwei Möglichkeiten: Entweder trägst du den Konflikt aus oder du verlagerst ihn an einen anderen, nicht so gefährlichen Schauplatz. Dann wendest du dich an unbeteiligte Dritte. Von denen erhoffst du dir Zuspruch.

Das Gute und Fatale daran ist, dass du meist erst einmal eine gute Erfahrung machst. Du musst nur die richtigen Leute ansprechen. Und das sind die, die dir zustimmen und dich in deinem Ärger anfeuern. Das führt dann dazu, dass du dich verbunden, verstanden und zugehörig fühlst. Eigentlich super – aber... Du begibst dich damit auf ein ganz niedriges Niveau. Mach mal die Probe, wenn du das nächste Mal so richtig abgelästert hast. Ich bin ziemlich sicher, dass du dich nicht ganz wohl damit fühlst.

Außerdem hilft dir das ja im Konflikt selbst nicht, wenn Außenstehende dir zustimmen und ihr euch einig werdet: Dich trifft keine Schuld und du hast Recht.

Für eine langfristige Lösung gibt es also nur einen Weg: den des offenen Wortes an der richtigen Stelle.

4. Du kannst dich gerade selbst nicht leiden.

Das ist ein ganz heißes Eisen... In der Fachsprache heißt das Projektion: „Was ich an mir selbst nicht leiden kann, werfe ich einem anderen vor.“ Das ist weit verbreitet und tut so gut, weil man nicht vor der eigenen Haustür kehren muss. Anprangern statt selbst verändern. Oft passiert das auch im direkten Kontakt, aber genauso gut kann es sein, dass so eine Projektion der tatsächliche Grund des Lästerns ist.

Ich schlage dir mal folgende Überlegung vor: Wenn du lästerst, erhebst du dich ja über den anderen. Wozu musst du das tun? Was macht es dir so schwer, ihm „von Mensch zu Mensch“ zu begegnen? Kann es sein, dass du lieber auf den anderen zeigst, weil das nicht so weh tut? Auf welche seelische Wunde weist dein Verhalten hin?

Was ist der Preis?

Egal welcher Grund dich zum Lästern motiviert, eins steht fest: Du zahlst IMMER einen hohen Preis dafür.

  1. Du tust dir selbst nichts Gutes damit an. Denn du verlagerst ein Problem, das du mit dir selbst hast, nach außen. Damit löst du es nicht, sondern verhärtest die Fronten – und das heimlich und für den anderen unbemerkt.
  2. Du verrätst den anderen, indem du ihn hinter seinem Rücken abwertest. Er hat keine Chance, sich zu äußern und den Konflikt zu klären. Oft bekommt er nicht einmal mit, dass es einen Konflikt gibt. Dafür zahlst du mit einem schlechten Gewissen.
  3. Dadurch, dass du Unbeteiligte mit ins Boot holst, machst du nach außen hin sichtbar: „Ich kann keine Konflikte lösen.“ Und es ist keine Seltenheit, dass andere eine schlechtere Meinung vom Lästernden haben als von dem, über den gelästert wird.  

Gibt es eine Alternative?

Klar, die gibt es! Du kennst sie auch schon. Geh auf den anderen zu und löse den Konflikt genau da, wo er entstanden ist.

Vielleicht fragst du jetzt, wie das gehen soll. Bisher hast du dich nicht getraut – aus welchen Gründen auch immer.

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