So gelingt Therapie

Fünf Tipps zur Orientierung

Die gute Nachricht vorweg: Dass (Psycho-) Therapie wirkt, ist ermittelt. Jetzt das Aber: Deine Motivation, der Therapeut und eure Beziehung zueinander müssen stimmen. Sonst investierst du Zeit und Geld, und am Ende bist du frustriert und keinen Schritt weiter.

Du willst wissen, worauf es ankommt? Du zweifelst noch? Dann lies meine fünf Tipps, die dir deine Entscheidung und Suche erleichtern.

Tipp 1: Sag JA!

Teste als Erstes, ob du den folgenden drei Aussagen zustimmst:

● Ich will mein Problem lösen.
● Alleine schaffe ich das nicht.
● Mein Leben wird sich verändern - OK.

Hast du zugestimmt? Super. Dann bringst du die allerwichtigste Voraussetzung schon mit – deine Bereitschaft. Falls du noch zweifelst, schau genau hin: Welche Aussage lehnst du ab? Und warum? (Meinst du z.B., dass du alles alleine schaffen oder immer stark sein musst? Oder ist dir die mögliche Veränderung nicht ganz geheuer?)

Deine JA!-Haltung ist total wichtig für deinen Fortschritt. Denn wenn du JA! sagst, hast du deinen Fortschritt im Blick; dann schreckst du auch vor keiner Hürde zurück.

Tipp 2: Fokussiere dein Ziel – nicht das Problem!

Beantworte dir diese eine Frage:

Was wird in deinem Leben anders sein, wenn du dein größtes Problem gelöst hast?

Bestimmt hast du gemerkt, dass die Frage gar nicht so einfach ist. Probiere es trotzdem und lass dir Zeit. Die Antwort bringt dich nämlich auf die Lösungsschiene. Es lohnt sich also, dir die Frage zu stellen.

Du weißt schon, was du erreichen willst? Sehr gut. Also bist du motiviert. Vielleicht denkst du aber auch insgeheim, dass du dein Problem sowieso nicht lösen kannst... Dann geht es dir wie ganz vielen Menschen. Am besten sagst du das in den ersten Sitzungen. So kannst du dann mit meiner Unterstützung deinen Fokus wechseln: weg vom Problem und hin zur Lösung. Das braucht zwar etwas Übung, ist aber möglich. Versprochen!

Je klarer dir dein Ziel ist, desto leichter wirst du es erreichen. Aber keine Angst, wenn du dein Ziel noch nicht klar benennen kannst. Ich werde dir dabei helfen, es herauszufinden. (Und jeder andere gute Therapeut wird das auch tun.)

Tipp 3: Trau deinem Gefühl und mach den Qualitäts-Check!

Dieser Tipp liegt mir besonders am Herzen. Die ersten Hürden hast du schon erfolgreich genommen: Du hast JA! gesagt und dir die Was-wäre-anders-wenn-Frage gestellt. Du hast im Internet recherchiert, Kontakt aufgenommen und einen Termin vereinbart. Super! Dann kann es jetzt also losgehen. Dein erster Termin steht im Kalender.

Was jetzt total wichtig ist: dass du dich im Erstgespräch wohl und „gut aufgehoben“ fühlst.

Achte also gut auf deine inneren Reaktionen. Wenn du ein „komisches Bauchgefühl“ hast, suche weiter. Und wenn du dir nicht ganz sicher bist, mach nach dem Termin einen „Qualitäts Check“:

  • Wie hat dir die Praxis gefallen? Erfüllt sie deine Anforderungen an Erreichbarkeit, Ausstattung und Atmosphäre?
  • Wie hast du innerlich auf mich reagierst? Wirkte ich kompetent und menschlich auf dich?
  • Wie offen warst du? Fiel es dir leicht, über deine Lebenslage zu sprechen?
  • Ging es dir nach dem Termin besser als vorher?

Hast du die Fragen mit JA! beantwortet? Dann kann es gut sein, dass du den richtigen Partner schon gefunden hast.

Tipp 4: Lass dir Zeit!

Manchmal fragen mich Klienten, wie lange es dauert, bis es ihnen besser geht. Ich verstehe das sehr gut und muss trotzdem passen. Keine genaue Angabe möglich! Wieso das so ist, liest du hier:

  • Frau A hatte nach drei Sitzungen eine „bahnbrechende Erkenntnis“. Das war genug.
  • Herr X kam in einer Krise zu mir. Als diese bearbeitet war, kam er regelmäßig für weitere zwei Jahre in meine Praxis. Er hatte Spaß an Gestalttherapie gefunden.
  • Für Frau Z ist die regelmäßige Begleitung hilfreich. Sie steht gut im Leben - und das soll so bleiben.
  • Herr B hat ein schweres Thema, das ihn seit seiner Kindheit begleitet. Seit einem halben Jahr ist er Klient bei mir; Ende offen.
  • Frau K kommt inzwischen sporadisch immer dann, wenn etwas Besonderes anliegt. Meistens zwei- bis dreimal im Jahr.

Fazit: Dauer und Verlauf sind unterschiedlich. Im Durchschnitt bleiben meine Klienten etwa ein Jahr. Doch ob das auch für dich gilt, kann ich dir nicht sagen.

Fang einfach an und lass die Wie-lange-Frage erst einmal unbeantwortet. Manche Fragen beantworten sich außerdem am besten, wenn man sie in Ruhe lässt.

Tipp 5: Vergiss, was du über Therapie gehört hast!

Wenn du noch nie in einer therapeutischen Praxis warst, stellst du dir eventuell ein 50-minütiges Frage-und-Antwort-Spiel vor. Damit ist (zumindest bei mir) nicht zu rechnen.

Ich beziehe z.B. deine Körpersprache mit ein oder ziehe einen leeren Stuhl heran, auf den du symbolisch z.B. ein Gefühl, etwa deine Wut, setzt. Oder du malst ein Bild (Nein, es muss nicht schön werden!). Oder du entwickelst deine Vision von einem perfekten Tag. Oder du lernst, wie du einen Konflikt so lösen kannst, dass er wirklich gelöst ist. Oder, oder, oder...

Stell dich auch auf Spaß ein! Im Ernst!

Gestalttherapie macht Spaß. Sie macht Spaß, weil du fühlst, was dir fehlt und was du brauchst. Weil du Seiten an dir entdeckst, die dir völlig neu sind. Und weil du merkst: Wow, ich habe mein Leben selbst in der Hand.

Klingt das gut? Ist es auch! Also sei offen für Unbekanntes, dann hast du die besten Chancen, dein Ziel zu erreichen. Und gemeinsam kriegen wir deine Ideal-Kombi aus Spaß und Tränen (übrigens: Tränen sind nichts Schlimmes!) hin.