Wie Therapie gelingt

Wie Therapie gelingt

Fünf Tipps zur Orientierung

Soll ich oder soll ich nicht? Brauche ich wirklich Hilfe vom Profi? Kriege ich es nicht alleine hin? Solche oder ähnliche Fragen sind der Anfang des Prozesses, der in Therapie oder Coaching münden kann.

Zum Glück sind die wesentlichen Wirkfaktoren von Therapie inzwischen längst ermittelt und können dir bei deiner grundsätzlichen Entscheidung für oder gegen professionelle Unterstützung helfen.

Die gute Nachricht vorweg: Therapie und Coaching sind überaus wirksam! Jetzt die Einschränkung: Deine Haltung, der Therapeut und eure Beziehung zueinander müssen stimmen. Sonst investierst du womöglich viel Zeit und Geld, und am Ende der Therapie seid ihr beide, dein Therapeut und du, gleichermaßen frustriert, weil „es nichts gebracht hat“.

Wenn du die folgenden Punkte beachtest, hast du beste Chancen auf einen positiven Therapieverlauf.

Entscheide dich mit ganzem Herzen!

Nimm dir Zeit, dich zu entscheiden, und werde dir darüber klar, ob du wirklich bereit bist, deine Probleme anzugehen und neue Lösungen zu entwickeln. Deine positive Haltung, deine Entwicklungsbereitschaft ist wesentliche Grundlage für das Gelingen der Therapie. Konkret heißt das, dass du damit rechnen kannst, mit dir selbst auf eine Weise in Kontakt zu kommen, die es dir ermöglicht, dich viel besser als zuvor kennen zu lernen und zu begreifen. Manchmal ist das schmerzhaft, doch das Ziel ist immer dein persönliches Wachstum. Wenn du dich dafür entscheidest, dann tu es am besten mit ganzer Überzeugung. Ein paar Restzweifel, die du vielleicht in die erste Sitzung mitbringst, sollten nach zwei, drei Terminen ausgeräumt sein.

Mach dir klar, was du erreichen willst!

Je klarer dir ist, worum es dir in der Therapie geht, desto zielgerichteter wird die therapeutische Arbeit sein. Hilfreich ist es, dir zu Beginn die Frage zu stellen, was in deinem Leben anders wäre, wenn du dein Problem gelöst hättest. Aber keine Angst, wenn du dein Ziel anfangs noch nicht klar benennen kannst: Dein Therapeut wird dich dabei unterstützen, es herauszufinden.

Überprüfe, wie du dich im Erstgespräch fühlst!

Das Wichtigste überhaupt, egal ob in der Therapie oder im Coaching, ist, dass du dich wohl und sicher fühlst. Dies herauszufinden ist der eigentliche Zweck des ersten Termins. Empfehlenswert ist es, mit feinen Antennen auf deine inneren Reaktionen zu achten: Wie reagierst du auf die Praxis, das Auftreten und die Stimme des Therapeuten? Wie erlebst du die Atmosphäre? Hast du das Gefühl, mit dem Therapeuten offen sprechen zu können? Wenn ja, kann es sein, dass du den richtigen Partner für deinen Entwicklungsprozess schon gefunden hast.

Wähle „deinen“ Therapeuten mit Bedacht!

Wenn dir das Erstgespräch ein gutes, sicheres Gefühl vermittelt hat, ist das schon sehr viel wert. Dann achte in den nächsten zwei, drei Sitzungen darauf, wie sich dein Kontakt zum Therapeuten gestaltet. Fühlst du dich weiterhin wohl, auch mit den Interventionen, die er dir anbietet? Wie gefällt dir seine Art? Ist sie vielleicht zu hart oder zu wenig fordernd? Die Beziehung zwischen dir und deinem Therapeuten ist von immenser Wichtigkeit. Die Therapie kann nur gelingen, wenn das Verhältnis zwischen euch stimmt. Scheue dich also nicht, den Therapeuten zu wechseln. Überprüfe dabei aber auch deine Motivation.

Lass dich auf die Methode ein!

Wer noch nie in einer therapeutischen Praxis war, hat möglicherweise die Vorstellung von einem 50-minütigen Frage-und-Antwort-Spiel. Tatsächlich ist das Spektrum therapeutischer Methoden und Interventionen aber sehr viel breiter. In der Gestalttherapie z.B. bezieht der Therapeut deine Körpersprache mit ein oder zieht einen leeren Stuhl heran, auf den du symbolisch z.B. ein Gefühl, etwa deine Wut, setzt. Das mag etwas seltsam anmuten, ist aber hochwirksam. Also sei offen für Unbekanntes, dann hast du die besten Chancen, wirklich etwas für dich zu erreichen.